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Nachtrag 3: „Engagiert gegen Rechts“ – Jahresempfang der ev. Regionalbischöfin
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Nachtrag 3: „Engagiert gegen Rechts“ – Jahresempfang der ev. Regionalbischöfin

Der sommerliche Jahresempfang von Frau Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler in der Allerheiligen-Hofkirche dient nicht primär der Repräsentation der Lutherisch-evangelischen Kirche Münchens, weder nach innen noch nach aussen , ist keine illustre Feier :
Es wird ein Thema, das die Gesellschaft und damit die Kirche zutiefst berührt, ausgewählt und es werden primär die Menschen eingeladen, die sich in diesem Bereich einsetzen, in ihm aktiv sind – sowohl hauptamtlich als auch ehrenamtlich . Sie sollen sich kennenlernen, sich austauschen – auch mit den selbstverständlich auch eingeladenen Ehrengästen, Amtsträgern und Prominenten -, s i e sollen sich einen Abend lang rundherum wohl fühlen und so bedankt, bestätigt und aufgemuntert werden (aus der Begrüßungsrede). Dazu dienen auch das immer speziell ausgewählte musikalische Rahmenprogramm und das Konzert vor dem Aufbruch als auch die Bewirtung durch den großzügigen Sponsor Frühauf Genuss (Sponsoren des Abends noch Stadtsparkasse, Kreissparkasse, Versicherer im Raum der Kirchen, Dank an Residenzverwaltung).

Thema waren also diesmal Bayern und München als offene Gesellschaft und der Einsatz gegen rechtsextremistisches Gedankengut – angeregt durch den z.Zt.laufenden NSU-Prozess und das wiederholte Auftreten nationalsozialistischer Gruppierungen, antijüdischer sowie islamfeindlicher und fremdenfeindlicher Tendenzen.
Frau Breit-Keßler:“Kernsatz unseres Glaubens und Basis unserer Demokratie ist die Überzeugung, dass jeder Mensch die gleiche Würde und das gleiche Recht auf Leben hat. Jeder ist Gottes geliebtes Kind. Unterschiedliche Herkunftsländer, Hautfarbe, Religion, Sprache, Geschlecht – sie bringen die Vielfalt menschlichen Lebens zum Ausdruck. Glaube, Grundgesetz und Geschichte verpflichten uns zum ständigen Einsatz für die Menschenrechte.“
Der neue Oberbürgermeister Dieter Reiter bedankte sich für das „Ausrufzeichen“, das der Abend gab: für München als weltoffene, tolerante, solidarische Stadt, für eine aktive Zivilgesellschaft, in der garantiert kein Platz für Rechtsextremismus ist.
Maria Els, Regierungsvizepräsidentin von Oberbayern, sprach namens der für Aufnahme und Unterbringung von Asylbewerbern und Integrationsaufgaben zuständigen Behörde und forderte den „nötigen gesamtgesellschaftlichen Zusammenhalt“ ein gegen Gewalt und Ausgrenzung – ein „ambitioniertes Landesprogramm“ sollte „eine Selbstverständlichkeit“ sein. München sei bunt – mit Respekt in Kunst und Kultur. Aus aktuellen Zahlen und mittels Zitaten aus dem Verfassungsschutzbericht kam sie prognostisch auf Aufgaben zu sprechen, für die Behörden und für die Zivilgesellschaft: auch „dass wir Aggressionen und Anfeindungen, Schimpf- und Schmähtiraden oder gar fremdenfeindliche Übergriffe auf Unterkünfte und die dort wohnenden Asylbewerber nicht hinnehmen“. Die Erfahrung der vielen Ehrenamtlichen, die sich auf Kontakt, Gespräch und Unterstützung bei der Bewältigung des Alltags einließen, mündeten in Toleranz, Verständnis und Empathie. „Wer eigene Erfahrungen macht, kann bewerten: Wer sich aktiv einbringt, kann mitgestalten, ausgleichen und wo nötig auch Grenzen setzen.“ Sich die Freiheit der Widerworte zu nehmen erfordere allerdings Selbstbewußtsein und Courage. Dank an alle –
und „wir sollten alles daran setzen, solche Schritte zu unterstützen und zu fördern.“
Justizminister Prof. Dr. Bausback erweckte zuerst Schmunzeln mit seinem Hinweis auf die „Not des lieben Gottes heute Abend, auf die Stoßgebete der Deutschen und Franzosen um den Fußballsieg einzugehen“. („Spiel mit einem gewissen Gottvertrauen“ – Zusammenstoß von unterschiedlichen Interessen und Zusammenfinden …) Er kam dann auf den Zusammenhang mit dem Thema des Abends und einem Problem zu sprechen, das ihn beschäftige: Was soll geschehen, wenn Ende 1915 die Urheberrechte an Hitlers Mein Kampf“ auslaufen (70. Todesjahr Hitlers) und der Freistaat keine Handhabe hat? Ist das „Werk“ dann „gemeinfrei“ und kann nachgedruckt werden? Es müssten schon heute „klare Signale dahingehend gesetzt werden, dass wir die Verbreitung dieses menschenverachtenden Gedankenguts bestmöglich verhindern wollen“.Die Frage müsse sein: Unverändert oder auch kommentiert nachgedruckt -ist das volksverhetzend und grundsätzlich strafbar? Die Juatizministerkonferenz wollte ein eindeutiges Zeichen setzen – „so wie viele von Ihnen es tagaus tagein tun: gelebte Nächstenliebe.“

Unter den von der Gastgeberin namentlich begrüßten Gruppierungen und Aktionsrunden war ein besonderes Projekt: die Solidaraktion „Bunt statt braun.
Partnerschaft gegen Rechtsextremismus“ der ev. Kirchengemeinden im Landkreis Hof und des Kirchenkreises München und Oberbayern gegen einen Treffpunkt der
rechten Szene in einem ehemaligen Gasthof in Oberprex: Mit Kommune und Landkreis, also zu je 25 %, werden die Kosten für eine Jugenddiakonin getragen –
für ihre Jugendarbeit als Extremismusprävention: christliches Menschenbild gegen braune Umtriebe, Orientierung gegen Perspektivlosigkeit – ihr Leben
entdecken und beschreiten, in aller Vielheit.
Die Gastgeberin beendete ihre Rede mit: „Das ist es, was diese Welt braucht. nicht die Inszenierung von DEummheit und Gewalt, sondern ein intelligentes Fest das Lebens. Feiern wir gemeinsam und sagen wir ja zu Toleranz, zu Demokratie und zu einem menschenfreundlichen Rechtsstaat.“

MünchenBlick/walter.schober@cablemail.de